Lehrerausbildung – auf dem Weg zur Reform

Wir dokumentieren hier die Beiträge unserer Website aus der Zeit vor Veröffentlichung der konkreten Pläne der Landesregierung:

Zur Situation

(7. Mai 2007)
Die Lehrerausbildung in NRW steht seit geraumer Zeit auf dem Prüfstand.

Eine Ursache dafür ist die Absicht, die Lehrerausbildung auf das Bachelor-Master-System umzustellen. Grundsätzlich soll eine zu späte Praxisbegegnung vermieden, die Berufseignung möglichst früh ermittelt, und der Berufseinstieg nach der Ausbildung erleichtert werden.

Wegen der Aufteilung der Ausbildung in Studium und Vorbereitungsdienst sind auf der politischen Ebene zwei Ministerien involviert: Das Wissenschaftsministerium (Universitäre Ausbildung) und das Ministerium für Schule und Weiterbildung (Vorbereitungsdienst in Schulen und Studienseminaren). (vgl. LABG )

Im Hinblick auf die Einführung des Bachelor-Master-Systems haben 5 Universitäten (Bochum, Bielefeld, Dortmund, Münster, Wuppertal) Modelle entwickelt, die zur Zeit erprobt werden. Die Modelle sind sehr unterschiedlich.

Zum Teil sind Studienseminare über die Zentren der Lehrerbildung beteiligt. Dabei geht es um Möglichkeiten der Kooperationsmöglichkeiten der 1. und 2. Phase.

Im politischen Raum wird die Frage gestellt, wie denn Lehrerausbildung überhaupt gestaltet werden soll.

Es ist erklärte Absicht der Landesregierung, in der 2. Hälfte der Legislaturperiode die Lehrerausbildung zu reformieren. Zur Vorbereitung hat das Ministerium für Schule und Weiterbildung eine Kommission beauftragt, einen Vorschlag zu erarbeiten. Der soll Ende April vorliegen.

In der Diskussion wird immer wieder die Aufteilung der Ausbildung in 2 Phasen bzw. die Arbeit der Studienseminare in den Blick genommen. Forderungen nach Verkürzung des Vorbereitungsdienstes oder seine Abschaffung zugunsten der Ausbildung in den Universitäten verlauten insbesondere von Seiten der CDU.

Die SPD-Fraktion drängt derzeit auf ein Vorankommen. Mit einem Antrag vom 20.3.07 fordert die SPD Lösungsvorschläge.

Die Verbände, sowie die Vertretungen der Seminare und Fachleiter haben sich in einer konzertierten Aktion als Forum Lehrerbildung bereits im Mai 2006 positioniert und Eckpunkte formuliert. Dabei haben sie sich u.a. für eine Fortführung des zweijährigen Vorbereitungsdienstes ausgesprochen.

R. M.-B.

[1] ( vgl. Die Bologna Deklaration der Europäischen Bildungsminister (19. Juni 1999) Externer Link:

http://www.europa.clio-online.de/site/lang__de/ItemID__16/mid__11373/40208215/DesktopDefault.aspx?lang=de&ItemID=16&mid=11373&tabid=40208215 )

Gutachten zur Neuorganisation der Lehrerausbildung vorgelegt

Auf dem Weg zu einer praxis- und berufsbezogeneren Lehrerausbildung in Nordrhein-Westfalen ist eine wichtige Etappe erreicht: Eine Expertenkommission unter Leitung von Professor Jürgen Baumert hat dazu am Montag (30.04.2007) ihre Empfehlungen vorgelegt. Schulministerin Barbara Sommer und Innovationsminister Andreas Pinkwart nahmen das Gutachten persönlich in Empfang.

„Die Empfehlungen der Expertenkommission stellen eine hervorragende Ausgangsbasis dar, um ein neues Konzept zu entwickeln“, erklärte Ministerin Sommer. Die Landesregierung hatte den Auftrag für ein entsprechendes Gutachten vergeben. Der Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin, Jürgen Baumert, ist ausgewiesener Fachmann für den Bereich Lehrerausbildung.

Pinkwart/Sommer: Konzept zur Reform der Lehrerausbildung soll im Das Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie und das Ministerium für Schule und Weiterbildung teilen mit:

Schul- und Innovationsministerium in Nordrhein-Westfalen haben eine Expertenkommission zur Reform der Lehrerausbildung in Nordrhein-Westfalen auf den Weg gebracht, die bis zum Frühjahr 2007 Empfehlungen zur künftigen Struktur und Organisation der Lehrerausbildung vorlegen soll. Die Leitung der Kommission übernimmt der Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin, Professor Dr. Jürgen Baumert.

„Wir streben die landesweite Umstellung der Lehrerausbildung für das Wintersemester 2008/2009 an. Mit Professor Baumert haben wir einen herausragenden Bildungsforscher und Kenner unseres Bildungswesens gewonnen, um ein neues Modell für eine zeitgemäße, praxis-orientierte und international wettbewerbsfähige Lehrerausbildung zu entwickeln“, sagten Schulministerin Barbara Sommer und Innovationsminister Prof. Andreas Pinkwart.

Gemeinsam mit den Experten entwickeln Schul- und Innovationsministerium ein Grundmodell für alle Hochschulen in NRW, die Lehrer ausbilden. Das neue Modell soll sich in die neuen Bachelor-/Masterstrukturen der Studiengänge einfügen und zugleich praxisnäher und problem-orientierter auf die Herausforderungen eingehen, die sich den deutschen Schulen heute stellen. „Eine sachlich wie pädagogisch fundierte und vor allem praxisnahe Lehrerausbildung, an die sich eine neu entwickelte Berufseingangsphase anschließen soll, ist ein wichtiger Eckstein für die mit dem Schulgesetz angestrebte neue Schule NRW“, sagte Ministerin Sommer.

Ausgangspunkt der Kommissionsarbeit sind die Reformüberlegungen der beiden für Schulen und Hochschulen zuständigen Ressorts und die Auswertung der Erfahrungen aus den Universitäten Bochum, Bielefeld, Münster, Wuppertal und Dortmund. Diese Universitäten haben bereits im Rahmen eines Modellversuchs, der 2002 begonnen hatte, auf eine gestufte Lehrerausbildung (Bachelor/Master) umgestellt.

Quelle
http://www.innovation.nrw.de/Presse/Pressemitteilungen/2006/pm_2006_09_22.html

„Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern in Nordrhein-Westfalen Empfehlungen der Expertenkommission zur Ersten Phase“ – so der Titel des Gutachtens, das – anders als der Untertitel Glauben macht – auch Auswirkungen auf die zweite Phase der Lehrerausbildung haben kann. Abhängig davon, welchen Stellenwert die Praxis in der ersten Phase erhält, wird sich auch die Arbeit in den Ausbildungsseminaren und Schulen verändern. (BB)

Das ganze Gutachten gibt es auch als pdf-Datei zum Ausdrucken.

Eine kleine Lesehilfe hat Kollegin Möhle-Buschmeyer erstellt.

Darin finden sich Textteile aus den Empfehlungen der Expertenkommission zur ersten Phase zur Ausbildung von Lehrern und Lehrerinnen in NRW. Die Textteile wurden ausgewählt, weil sie besondere Relevanz für die Ausbildung von Grundschullehrerinnen und –lehrern haben. Sie sollen einer ersten Information dienen. Die Auswahl erfolgte in subjektiver Einschätzung und birgt die Gefahr, dass Zusammenhänge nicht vollständig deutlich werden. Wir machen darauf aufmerksam, dass vor einer Verwendung der Textteile der Gesamttext zu lesen ist.

Unter diesem Vorbehalt stellt die Landesgruppe diese Zusammenfassung als PDF-Datei zum Ausdrucken bereit.